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In diesem Jahr habe ich einen kurzen Ausflug in die Welt der Buchstaben gemacht, ohne dass ich mein Anliegen, Bilder zu gestalten, vernachlässigt habe.
Bei meiner Suche nach Texten habe ich viele, neue Autoren und interessante Aussagen gefunden. Ein paar Beispiele von Interpretationen sehen Sie auf dieser Seite.
Euer Haus ist euer größter Körper...
Aquarell auf Büttenpapier
50 x 60 cm
Euer Haus ist euer größerer Körper.
Es wächst in der Sonne und schläft in der Stille der Nacht; und es ist nicht ohne Träume. Träumt euer Haus etwa nicht, und verlässt es nicht träumend die Stadt für Hain oder Hügel?
Könnte ich eure Häuser in meiner Hand sammeln und sie wie ein Sämann in Wald und Wiese ausstreuen!
Wären die Täler eure Straßen und die grünen Pfade eure Gassen, damit ihr einander durch die Weinberge besuchen könntet und mit dem Duft der Erde im Gewand kämet.
Khalil Gibran, Der Prophet
(1883-1931)
Sei das Beste, was immer du bist!
Aquarell auf Büttenpapier
50 x 60 cm
Wenn du nicht Kiefer sein kannst auf dem Hügel,
Sei ein Busch im Tal - aber sei
Der schönste kleine Busch am Ufer des Bachs.
Sei ein Busch, wenn du kein Baum sein kannst.
Wenn du kein Busch sein kannst, sei ein Büschel Gras
Und steh' heiter am Straßenrand.
Wenn du kein Hecht sein kannst, sei einfach ein Barsch,
Aber der munterste Barsch im See.
Nicht nur Kapitän, auch Mannschaft muss sein,
Für alle von uns ist Platz.
Viel Arbeit ist zu tun und wenig,
Doch die Pflichten, die wir haben, sind gleich.
Wenn du keine Straße sein kannst, sei nur ein Pfad.
Wenn du die Sonne nicht sein kannst, so sei ein Stern.
Es ist nicht die Größe, nach der du siegst oder fällst.
Sei das Beste, was immer du bist.
Douglas Melloch (1877-1938)
Wörter, Grundlagen des Lebens
Aquarell auf Roma-Büttenpapier
60 x 60 cm
Angeregt wurde dieses Bild durch die Aussage:
»Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt«
Ludwig Wittgenstein (1889-1951)
Der Panther
Aquarell auf Büttenpapier
50 x 60 cm
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.
Rainer Maria Rilke (1889-1951)